15.06.18

Öffentlichkeitsarbeit in der Motopädie

„Moto... WAS?!“ - der motopädische Weg in neue Berufslandschaften -

Die Vollzeit-Studierenden der Fachschule für Motopädie stellten ihre zur Ausbildung gehörende Projektarbeit am Freitag, den 20. April 2018 in der Aula des Märkischen Berufkollegs Unna vor.
Ziel des Projektes war es, die Inhalte motopädischen Arbeitens neuen Berufslandschaften zu öffnen, bzw. sie zu dort zu etablieren.
Da der größte Anteil motopädischer Arbeit bislang in der frühen Förderung von Kindern zu finden ist, haben sich die Studierenden überlegt, wie man auch in anderen Institutionen Interesse für dieses Berufsbild gewinnen kann. Denn: Entwicklung findet immer statt - gleich in welchem Alter.
Die Studierenden haben sich für 3 neue Arbeitsfelder entschieden:

  • Seniorenheim
  • Mutter-Kind-Haus
  • Kinder/Jugend-Hilfe

Sie entwickelten jeweils 1 Konzept für die entsprechende Zielgruppe und präsentierten dieses vor Ort den Mitarbeitern der Einrichtungen.
Im Seniorenheim wurde über das Medium Musik eine Fördereinheit gestaltet, um darzustellen, wie u.a. alte Ressourcen wieder entdeckt werden, bzw. neue Ressourcen aufgebaut werden können.
Im Mutter/Kind-Haus wurden theoretische Grundlagen der Motopädie erläutert.
In der Kinder/Jugend-Hilfe wurde über das Medium Alltagsmaterialien, eine Fördereinheit veranschaulicht.
In der anschließenden Reflexion mit den teilnehmenden Institutionne wurde Folgendes deutlich:

  • Motopädie ist eine Bereicherung
  • Motopädie macht Spaß
  • Motopädie füllt Lücken
  • Motopädie ist zu 50% bekannt
  • Motopädie hat keine klare Finanzierung
  • Motopädie ist als Zusatz willkommen

Zusammenfassend kommen die Studierenden zum Schluss, dass die Motopädie sehr wohlwollend in den unterschiedlichen Institutionen angenommen wurde. Alle Mitarbeiter waren motiviert und interessiert daran, neue Impulse für ihre eigene soziale Arbeit zu bekommen. Die Finanzierung motopädischer Arbeit müsste in diesen neuen Berufslandschaften zunächst geklärt werden, da die Motopädie bislang nicht als Heilmittel in den Heilmittelrichtlinien des Bundesausschusses aufgeführt ist.
Daher sollte das langfristige Ziel der Motopädie (in der Schweiz heißt die Ausbildung psychmotorische/r Therapeut/in) sein, sich als eigenständige Profession darzustellen, bzw. sich von verwandten Berufsgruppen wie Ergo/Physio-Therapie und Logopädie abzugrenzen.
Als bestätigende Resonanz der Projektarbeit kann die Projektgruppe die Stellenausschreibung des Marthaheims in Gladbeck ansehen: Dort wurde durch die Präsentation der Wunsch verstärkt, eine/n Motopäde/in zu beschäftigen und eine Teilzeit-Stelle wurde ausgeschrieben.

(Birgit Block FMV 2017/18)